Optik Plueschke
blockfrau mit brille

Vergrößernde Sehhilfen

Augen „sind das Fenster zur Welt“, las ich kürzlich in einer Zeitschrift. Diese kleinen biologische Wunderwerke sind je 7,5 gr schwer, 23 mm lang und haben eine Brechkraft von 48 dpt. Können wir davon ausgehen, dass sie ein Leben lang (das ist heute im Schnitt 80 Jahre!) Höchstleistungen vollbringen? Genetik, Alter, Krankheiten, Unfälle, Strahlungen, ... können die Sehleistung schmälern oder gar zerstören. Wir nehmen die Welt mit unseren Sinnen wahr, und zu 90% über das Sehorgan! Farben, Kontraste, Licht und Schatten sind ohne Augen praktisch nicht vorhanden.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken!

Menschen mit Sehschwäche (LOW VISION) tun das häufig. Auch wir, die Augenoptiker, tun es. Denn wir sind besonders angefragt, wenn mit einer „normalen“ Brille ein ausreichendes Sehvermögen nicht herstellbar ist. Trifft das für Sie zu, sind Sie bei uns genau richtig! Wir beschäftigen uns seit 15 Jahren intensiv mit der Problematik: Was tun, wenn die Brille nicht mehr ausreicht?! In unserm Land gibt es ca. 4,5 Mio Menschen mit Sehschwäche, die mit Brille nicht korrigierbar ist. Für all diese Menschen gilt das Gleiche, sie benötigen Vergrößernde Sehhilfen.

Eine Vergrößernde Sehhilfe ist ein optisches Hilfsmittel, mit dem der Benutzer eine Bildvergrößerung des angeblickten Objektes erfährt, die ihm zu besserer Erkennbarkeit desselben verhilft. Vergrößernde Sehhilfen kommen sowohl für das Fern- als auch das Nahsehen in Betracht. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn alle medizinischen Möglichkeiten auf Abwendung einer Sehbeeinträchtigung ausgeschöpft sind und eine optimale „Normalbrille“ nicht zu ausreichendem Sehen führt.

Ich habe große Achtung vor allen, die mit solchen Hilfsmitteln leben. Sie sind unbewußt Spezialisten der Optik, denn neben einer perfekt angepassten Vergrößernden Sehhilfe ist ein starker Wille des Nutzers notwendig. Wir unterscheiden drei Bereiche, in denen Vergrößernde Sehhilfen angewendet werden:
1. für den Fern – Gebrauch
z.B. Fernrohrbrillen für beidäugige oder einäugige Benutzung,
TV – Lupen für das Fernsehen
2. für den Nah - Gebrauch
z.B. Lupen, Lupenbrillen, Bildschirmlesegeräte
3. für den mobilen Gebrauch
z.B. Monoculare mit einer Entfernungsregulierung von unendlich bis ca. 30 cm.

Die gesetzlichen Krankenkassen sind bei Sehschwäche von 30% und weniger zu einer Übernahme von Leistungen verpflichtet.

Die Auswahl der richtigen Vergrößernden Sehhilfe kann nur ein Fachmann vornehmen. Diagnose, optimale Brillenkorrektur, Vergrößerungsbedarf und der genaue Verwendungszweck führen Schritt für Schritt zur entsprechenden Vergrößernden Sehhilfe. Es gibt keine Patentlösung für die eine oder andere Diagnose.

Die Anpassung von Vergrößernden Sehhilfen setzt Wissen auf dem medizinischen und physikalischen Gebiet voraus. Wir haben uns dieses Wissen in vielen Jahren durch Weiterbildungen und Praxis angeeignet und sind dafür zertifiziert (www.wvao.de).

Die gute Zusammenarbeit mit den Augenärzten der Umgebung und verschiedener Unikliniken kommt Ihnen und uns bei der Anpassung Vergrößernder Sehhilfen besonders zugute. Ohne diese Zusammenarbeit kann eine Anpassung stets nur Stückwerk sein.

Um auch den Angehörigen, Nachbarn oder Freunden von Sehbehinderten zu verdeutlichen wie ein Sehbehinderter sieht, halten wir Simulationsbrillen bereit. Beim Tragen dieser Brillen kann man erahnen was es heißt, auf Sehvermögen verzichten zu müssen.

Für Sehbehinderte gibt es Verbände und Vereine. Neben der Möglichkeit eines regen Erfahrungsaustausches sind diese Organisationen hervorragende Quellen von Wissen und Vermittlung. Wir beraten Sie auch in dieser Hinsicht.

Mit ernsten Sehbeeinträchtigungen zurecht zu kommen ist schwer. Doch es gibt Hilfe, denn Mobilitätstrainer und Lehrer für lebenspraktische Fertigkeiten sind Berufe, deren Inhalt darin besteht, Menschen mit eingeschränktem Sehen und Blinde für das Leben in der Gesellschaft (wieder) zu befähigen. Gern stellen wir für Sie den Kontakt zu Trainern oder Lehrern her.

Haben Sie Fragen ? Wir sind Ihre Dienstleister, auch wenn die Brille nicht mehr ausreicht.